Dunkle Schatten der Vergangenheit verdüstern die Herrlichkeit Gödens

REGINE KÖLPIN
hat mit „Das Signum der Täufer“ die Trilogie um die Geschichte der Hebamme Hiske Aalken vervollständigt. Wie bereits bei „Die Lebenspflückerin“ und „Der Meerkristall“ taucht die Autorin mit ihren historischen Erzählungen in die Mitte des 16. Jahrhunderts ein und stellt die Täuferbewegung ihrer Heimat Ostfriesland in den Mittelpunkt des Geschehens. In einer Mischung aus Realität und Fantasie lässt die Schriftstellerin die Hintergrundinformationen mittels literarischer und historischer Personen aufleben. Der KBV-Verlag wollte mehr über die schicksalhaften Begegnungen dieser Menschen erfahren und hat bei Regine Kölpin nachgefragt:

Guten Tag Frau Kölpin. Ihr aktuelles Buch „Das Signum der Täufer“ ist bereits der dritte Band, in dem das Leben der Hebamme Hiske Aalken eine tragende Rolle spielt. Warum haben Sie für Ihre Protagonistin den Beruf der Hebamme gewählt?

Kölpin: Ich wollte eine Figur haben, die einerseits angreifbar ist, anderseits durch den engen Kontakt zu den Familien deren Vertrauen gewinnt. Die Hebammen hatten mit ihrer umfangreichen Kenntnis um die Geburt und ihrer Erfahrung mit den Heilkräften von Kräutern etwas Mystisches und waren in der Männerwelt nicht gerne gesehen. Der Beruf ist mir außerdem vertraut, da meine älteste Tochter Hebamme ist. So konnte ich von ihrem Wissen profitieren.

Die Geschichten Ihrer Trilogie spielen in der Mitte des 16. Jahrhunderts. Was war der Grund, warum Sie sich für diese Epoche entschieden haben?

Kölpin: Ich wollte schon immer einen historischen Roman schreiben und bin bei meiner Suche auf die Täuferbewegung gestoßen. Drei Jahre lang habe ich mich in das Thema eingelesen, um die Hintergründe zu verstehen. Dabei war ich überrascht, welche bedeutende Rolle Ostfriesland in der Religionsgeschichte gespielt hat, was bisher nur wenig in der Literatur beachtet wurde. Mittlerweile habe ich Kontakt zu verschiedenen Museen und zu einer Dozentin in Oldenburg, die mir viele Informationen geliefert haben. Außerdem leben in unserem Dorf einige Historiker. Darunter ein Heimatforscher, der bei seinen Recherchen auf sein eigenes verwandtschaftliches Verhältnis zu Hinrich Krechting gestoßen ist. Er hat die Ereignisse sehr gut dokumentiert und ist für mich zu einem wandelnden Lexikon geworden.

Hinrich Krechting wird diesmal von seiner Vergangenheit eingeholt. Wie ist die Idee für die Handlung in „Das Signum des Täufers“ entstanden?

Kölpin: Die Täufer aus Münster waren sozusagen die „Taliban unter den Christen“. Hinrich Krechting zählte später zu den „Stehengebliebenen“, weil er zum reformierten Glauben wechselte. Als solche bezeichneten die Münsteraner Täufer die Reformer, die nach ihrer Ansicht nicht weit genug gingen. Über diese Zeit ist über das Leben von Hinrich Krechting nur wenig bekannt. Ich habe in dem Roman versucht, mich seinem Wirken in der Zeit zu nähern und fiktive Dinge dazu erfunden.

Arbeiten Sie bereits an einer Fortsetzung der Geschichte?

Kölpin: Die Täuferthematik als Leitgedanke ist jetzt abgeschlossen. Ich plane einen neuen historischen Roman, in dem Hiske Aalken als Nebenfigur in Erscheinung tritt. Allerdings interessieren sich meine Leser sehr für die Beziehung zwischen der Hebamme und Jan Valkensteyn und brennen darauf, wie es weitergeht. Auch ich selbst hänge sehr an der Figur Hiske Aalken, die mir in der Zeit des Schreibens sehr nahe gekommen ist. Wenn meine Leser eine Fortsetzung der Liebesgeschichte wünschen, werde ich dem sicherlich nachkommen. Und der ein oder andere Mord wird dabei sicher auch wieder passieren.

Regine Kölpin
Das Signum der Täufer
Taschenbuch – 373 Seiten
ISBN 978-3-95441-157-3
9,95 €

Unser Tipp: Regine Kölpin liest aus „Das Signum der Täufer“, am Donnerstag, 24. April 2014, in der Gemeindebibliothek Sande um am Freitag, 25.April 2014, im Schloss Jever. Musikalische Unterstützung erhält sie von der Gruppe Dreebladd.

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