Welttag des Radios – Der KBV-Verlag „m8t“ mit

Hat Sie heute Morgen eine wohlklingend vertraute Stimme aus den Träumen geholt? Nein, wir meinen nicht das gleichmäßig klingende Sägen der besseren Hälfte im Schlafgemach oder das Geplärre der Nachkommenschaft, die Potzblitz nach Fütterung verlangt. Wir denken da eher an die harmonischen Klänge, die sich über elektromagnetische Wellen oder via Kabel in Form hochfrequenter Signale den Weg in unsere Ohren bahnen. Am 13. Februar ist Welttag des Radios, den die UNESCO ins Leben gerufen hat, um auf die wichtige Bedeutung dieses Mediums aufmerksam zu machen. Der KBV-Verlag nimmt das Datum zum Anlass, den vielen Moderatorinnen und Moderatoren zu danken, die dafür sorgen, dass global selbst in abgelegenen Gebieten Nachrichten aller Art die Menschen erreichen. Ob weltpolitische Themen, unterhaltsame Anekdoten, die aktuelle Uhrzeit oder endlose Blechlawinen, die sich durch die Landschaft quälen, sie halten uns auf dem Laufenden. Dabei ist ihr Job nicht immer einfach und der Quotendruck der Vorgesetzten kann die Arbeit zusätzlich erschweren. So wie bei Andy Otto, der seit 15 Jahren beim Powerradio KKN, Köln Kult News, von sechs bis neun für super Laune sorgt. Bevor jetzt jemand den Frequenzsuchlauf startet – der Starmoderator, der in aller Herrgottsfrühe bei „Morgens um Andy“ seinen Hörern in den Lauschern erklingt, ist der Romanheld eines außergewöhnlichen Krimis. Denn die „Stimme des Senders“ musste sich, abgesehen von der neuen Chefredakteurin Saskia Schmölln, die ihm neuerdings mit ihren absurden Marketingideen das Leben erschwert, der kriminellen Schöpferkraft von gleich acht Autoren stellen. Peter Godazgar, Kathrin Heinrichs, Carsten Sebastian Henn, Jürgen Kehrer, Ralf Kramp, Tatjana Kruse, Sandra Lüpkes und Sabine Trinkaus, alle samt illustre Namen der deutschen Krimiszene, hatten sich acht Tage lang weit ab der Zivilisation in einer einsamen Villa verschanzt, um sich gemeinsam ihren mörderischen Fantasien hinzugeben.

„Wir wollten keine klassische Hauptfigur wie Polizist oder Polizistin für unser Gemeinschaftswerk“, erinnert sich Carsten Sebastian Henn an die Zeit im „Krimi-Camp“ und eine lange Diskussion bis tief in die Nacht. „Dabei standen sowohl ein Currywurst-Budenbesitzer als auch ein Fahrlehrer zur Debatte, die uns letztlich aber einfach etwas zu altbacken waren“, erläutert der Autor die späteren Auswahlkriterien, die in den frühen Morgenstunden den Radiomoderator zum Leben erweckten. Carsten Sebastian Henn, der federführend die Eckpunkte für Person und Sender entwickelte, hatte dabei ein leichtes Spiel: Der 40-Jährige war selbst als Radiomoderator tätig. „Für die Person Andy Otto schwebte mir das Bild eines Kollegen vor Augen und wir haben so manche Interna aus dem Radiobetrieb gelüftet“, gibt der Kölner nun im Gespräch mit dem KBV-Verlag zu.

Andy Otto jedenfalls steht auf der Abschussliste seiner Vorgesetzten und zu allem Überfluss führt ihn ausgerechnet ein Handy im „Hello-Kitty-Look“ zu Christine Osterling, die im Kindergarten „Die Tausendfüßler“ zwischen verknickten Girlanden, plüschigen Stofftieren und einer riesigen Blutlache den letzten Atemzug bereits hinter sich gebracht hat. Und wie es sich für einen guten Journalisten gehört, lässt Andy Otto dieser Mordfall nicht mehr los. Von seinen Recherchen, die in quer durch Deutschland und zu weiteren Leichen führen, lässt er sich auch dann nicht abhalten, als er erkennt, dass die immer wiederkehrende „Acht“ und der teuflische Plan nur einem gilt: ihm selbst. Dabei ist es dem Radiomann und den Kriminalfällen nicht anzumerken, dass gleich acht Schreiberlinge ihre Finger im Spiel hatten. Wir ziehen heute Mal den Hut vor Andy Ottos Zivilcourage, lesen, wie er den ermittelnden Kommissaren einen Schritt voraus eilt, danken inständig, dass ein solcher Horrortrip dem Moderator nur im Bücherregal widerfährt, und legen die spannende Lektüre am „Welt-Radio-Tag“ nur beiseite, um den realen Kollegen zu lauschen, die die neuesten aktuellen Meldungen aus den Lautsprechern zu uns rauschen lassen.

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