„Im Leichenhaus ist für Baumeister kein Platz!“

Michael Preute über Wandel, Realität -  und warum seine Eifel-Krimis wenig blutrünstig sind  

Herr Preute, „Eifel-Bullen“ ist der 22. Fall mit Siggi Baumeister. Ein Serienheld wie James Bond. Muss Baumeister sich ebenso wie 007 neu erfinden?

Preute: Nein, den muss ich nicht dauernd neu erfinden. Der ist im Laufe der Zeit zum festen Bestand geworden. Ich habe mit ihm keine Probleme. Aber manchmal frage ich mich, da ich ja selber älter werde, wie er denn so reagiert? Dieselbe Kleinigkeit gab es bei Raymond Chandler mit seinem Marlowe. Die entwickelten sich auch auseinander. Als Chandler riskierte, Marlowe zu verheiraten, da war nach Meinung Chandlers und auch des Publikums der Ofen aus.

Am Anfang ist das Wort - oder die Idee? Wie entsteht ein Baumeister-Krimi eigentlich?
Preute: Ich habe nur einen Punkt, aus dem heraus das Buch entsteht. Bei „Eifel-Bullen“ einen Doppelmord. Und dann findet man im Gespräch mit Staatsanwälten und Kripo-Fachleuten heraus, wie sich das entwickeln könnte. Bei „Eifel-Bullen“ ist das Vertrackte, dass eigentlich bis zum Schluss der Mord selbst rätselhaft bleibt. Es kann aber auch ein realer Mordfall der Auslöser für einen Eifel-Krimi sein. Das ist schon öfter passiert.

Wie erklären Sie sich den Erfolg der Regionalkrimis? Ihre Krimis sind ja bei weitem nicht so hart und blutrünstig wie die Thriller Stig Larsens oder Don Winslows?
Preute: Ich bin nicht bereit, eine Mode mitzumachen. Baumeister-Krimis sind Baumeister-Krimis! Natürlich gibt es Morde, die bei den skandinavischen und amerikanischen Autoren immer ausgefeilter werden. Es gibt von Simon Beckett einen Titel, der heißt „Verwesung“. Da riecht es wirklich nach Verwesung in diesem Buch. Ich glaube, da müssen die Leute sich beim Lesen übergeben. Ich mache das jedenfalls nicht mit. Im Leichenhaus ist für Siggi Baumeister kein Platz!

Auch Ihr 22. Eifel-Krimi spielt natürlich in der Eifel. Nach welchen Kriterien haben Sie für „Eifel-Bullen“ Handlungsorte und Umgebung in der Eifel ausgesucht?
Preute: Es ging um relativ einsame Punkte in der Eifel, die ich genau beschreibe. Ich suche sie auch auf. Die Leute stellen sich immer vor, das sei alles erfunden. Das ist aber Kokolores. Diese Orte gibt es genau so. Das war bei meinen Eifel-Krimis von Anfang an der Fall. Das hat sich dann ja auch dahin entwickelt, dass die Leser zu den Schauplätzen hinfahren. Hört sich idiotisch an, aber so ist es ja wirklich!

Und der 23. „Baumeister“ kommt – das steht fest?
Preute: Klar, das hoffe ich sehr!


Website des Autors: www.jacques-berndorf.de



Auslieferungsdatum: Ende November!

JACQUES BERNDORF
Eifel-Bullen
Kriminalroman aus der Eifel, Tb.  350 Seiten
ISBN 978-3-942446-61-7 - 9,95 Euro

Das Hörbuch:
10 Audio CDs + 1 MP3-CD, Laufzeit ca. 11 Std.
ISBN 978-3-942446-72-3 - 17,95 Euro


Premierenlesung

Jacques Berndorf

EIFEL-BULLEN

30.11.2012
Forum Daun
20 Uhr (Einlass 19.30 Uhr)
Karten:
Erwachsene 11,75 € (inkl. Vvk. Gebühr), 15 € (Ak.)
Ermäßigt 6 € (inkl. Vvk. Gebühr), 8 € (Ak.)

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