Mordsidee beim Sonntagsspaziergang

Nettersheimer gewinnen mit Eifelkrimi-Debut „Jacques-Berndorf-Förderpreis“ ------ Schuld war der Sonntagsspaziergang. Denn an der gesunden Eifeler Wochenend-Frischluft rund um ihren Wohnort fassten Rosa und Thorsten Wirtz aus Nettersheim einen folgenreichen Entschluss: „Wir hatten beim Frühstück von der Auslobung des Jacques-Berndorf-Preises gelesen, und beim Spaziergang war uns klar: Da machen wir mit!“, erinnern sich Thorsten Wirtz, Redakteur eines Anzeigenblattes in der Eifel, und Rosa Wirtz, die im Buchhandel beschäftigt ist. Es war der 15. Januar 2012, und nur knapp drei Monate später, seit dem 20. April und einer Pressekonferenz in Nettersheim steht fest: Ihr Debut mit dem Titel „Die Kunst der letzten Stunde“ hat den erstmals vom Kreis Euskirchen ausgelobten „Jacques Berndorf Preis – Förderpreis für Eifelkrimis“ gewonnen. „Die Kunst der letzten Stunde“ wird im September zum Festival „Nordeifel-Mordeifel“ im Hillesheimer KBV-Verlag erscheinen. Die Siegertrophäe wird dem Neu-Mordautoren-Ehepaar bei einer Preisverleihung am 7. September überreicht.

Aus 44 Einsendungen hatte die Jury zunächst drei Kandidaten ausgefiltert, deren Exposees und 20-seitiger Eifelkrimi-Einstieg am meisten überzeugt hatten. Die Entscheidung für das Manuskript der Wirtzens – das ursprünglich geplante Autorenpseudonym und ein erster Titelvorschlag wurden fallen gelassen -  war einstimmig, so Klaus Ring von der Kulturbehörde des Kreises. Überzeugt habe die Jury der stilistisch sauber geschriebene Plot, bei dem ein in der Eifel wohnendes, hier bis dato unbekanntes internationale Krimis schreibendes Autorenpaar unvermutet vor der eigenen Haustür über einen Mordfall stolpert. Eine selbstironische Doppelung: Rosa und Thorsten Wirtz wohnen in Nettersheim, und rund um das „Natur-Erlebnisdorf“ am Eifelsteig spielt auch ihr Sieger-Krimi.

Um was es genau in „Die Kunst der letzten Stunde“ gehen wird, dazu mochte Volker Neumann, Lektor beim KBV-Verlag, der die beiden Debütanten von Anfang an betreut, noch nicht viel verraten. Schließlich müssen Wirtz & Wirtz – das erste Krimi-Autorenpaar im Genre der Eifelkrimis überhaupt, wie KBV-Verleger Ralf Kramp betonte – jetzt in den kommenden Monaten aus dem preisgekrönten Buchanfang noch das fertige Manuskript schreiben. Die beiden Autoren deuteten aber an, dass neben dem „Eifeler Schulstreit“ auch eitle Lokalpolitiker und natürlich ein Mord eine Rolle spielen werden. Das Ganze versehen mit einem Hitchcock-mäßigen szenischen Einstieg. Und, so Rosa Wirtz, „Es wird kein knallharter Thriller, es wird kein Gemetzel geben. Das Buch soll unterhaltsam und spannend sein“.

Darauf setzt such der auf Regionalkrimis spezialisierte KBV-Verlag aus Hillesheim. Ein neues Manuskript sei immer ein Wagnis, was aber im Buchverlagsgewerbe der Normalfall sei, so Verleger Ralf Kramp: „Ich bin guter Dinge, dass ‚Die Kunst der letzten Stunde‘ eine tolle Sache wird.“ Ansporn für die anstehende Schreibarbeit erhalten Rosa und Thorsten Wirtz auch vom Namensgeber des Preises, Jacques Berndorf alias Michael Preute: „Ich weiß, welche Anstrengung nötig ist, um ein gutes Buch zu schreiben. Ich wünsche den beiden alles Gute – und hohe Auflagen!“

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