Neu: Die Schlange von Hamburg - Der dritte Hamburg-Thriller von Jürgen Ehlers

Ein Mord in der Hamburger S-Bahn lässt die ermittelnden Beamten des Kriminalkommissariats im Dunkeln tappen. Es gibt für das Verbrechen an einem jungen Studenten offenbar kein Motiv und der einzige Hinweis auf den Täter ist ein billiges chinesisches Messer, dessen Knauf ein Schlangenkopf ziert. Jörg Ehlers düsterer Krimi „Die Schlange von Hamburg“ ist eine erneute Begegnung mit Kommissar Bernd Kastrup und den Ermittlern des Polizeipräsidiums der Elbmetropole, die bereits die Hauptbesetzung der Thriller „Der Wolf von Hamburg“ und „Die Hyäne von Hamburg“ waren. Der ersten, schrecklichen Tat folgen bald weitere, scheinbar willkürliche Morde, hinter denen Kastrup und seine Kollegen lange kein Muster entdecken – bis sich ein schier unmöglicher Zusammenhang mit einem Verbrechen bestätigt, das weit in der Vergangenheit liegt. Ehlers, der Hamburg wie seine Westentasche kennt, nimmt die Leser mit auf einen Trip auf die dunklen Seiten Hamburgs, jagt sie durch die nächtliche Speicherstadt  und menschenverlassene S-Bahnhöfe zu den alten Bunkern der gesprengten Pulverfabrik bei Geesthach oder in spärlich beleuchtete Parks, in denen im Schatten der Bäume selbst die die stillen Teiche tiefschwarze Geheimnisse wahren.

 

Interview mit Jürgen Ehlers:

 

Guten Tag, Herr Ehlers. Der Wolf, die Hyäne und die Schlange von Hamburg – drei Bücher, in denen Ihre Romanfiguren nicht nur vertrackte Mordfälle aufklären, sondern auch einige persönliche und überaus reale Probleme mit sich herumschleppen. Zum Ende des Romans scheinen die dunklen Wolken über den Häuptern der Protagonisten endlich zu weichen. Heißt es für die Leser, Abschied von Bernd Kastrup, Vincent Weber, dem Schrebergärtner und all den anderen zu nehmen?

„Bernd Kastrup und seine Kollegen werden zumindest eine Weile Urlaub machen. Ich finde, den haben sie nach drei anstrengenden Jahren redlich verdient.“

Die Elbmetropole Hamburg lernen die Leser hauptsächlich von ihrer düsteren Seite kennen. Alte Bunker, eine gesprengte Pulverfabrik, nächtliche Morde in der S-Bahn – Kommissar Kastrup lebt auf einem verlassenen Dachboden in der Speicherstadt. Wie sieht denn der Privatmensch Jürgen Ehlers seine Geburtsstadt Hamburg?

„Hamburg ist eine wunderschöne Stadt, in der es aber natürlich auch etwas dunklere Gegenden gibt. Für den Krimiautor Jürgen Ehlers waren es nicht genug dunkle Gegenden; die gesprengte Pulverfabrik liegt schon jenseits der Landesgrenze. Und was die Morde in der S-Bahn angeht – die sind frei erfunden. Bernd Kastrup sagt: „Die S-Bahn ist eines der sichersten Verkehrsmittel“. Damit hat er Recht.“

Trotz aller Spannung bewahren Sie einen kühlen Blick auf die Hauptfiguren und die Handlung. Kein Wunder, laut Wikipedia sind Sie ein führender Experte in der Geologie des Eiszeitalters. Neben unzähligen Sachbüchern zum Thema Geologie haben Sie Krimis und historische Kriminalromane verfasst. Für welche Autoren der Kriminalliteratur ist Jürgen Ehlers Feuer und Flamme – und welche Eigenschaften muss ein guter Krimi haben?

„Das Buch soll mich fesseln. Einer meiner Lieblingsautoren ist der Amerikaner Dennis Lehane (z.B. „Darkness, take my Hand“, „Shutter Island“). Er bietet in seinen Romanen eine sehr clever durchkonstruierte Handlung, und die sprachliche Darstellung ist perfekt – jedenfalls im englischen Original. Und etwas Ironie ist auch immer mit im Spiel. Eine seiner Kurzgeschichten heißt „Running out of Dog“ – auf Deutsch etwa „Als die Hunde knapp wurden“.

 

 

Sie lesen regelmäßig vor Publikum. Wie darf man sich eine Lesung aus „Die Schlange von Hamburg“ vorstellen?

„Unterhaltsam. All die Orte, an denen das Buch spielt, sind real. Wenn Sie im Bunkerwald bei Geesthacht den gesprengten Bunker mit der Nummer 432 aufsuchen, dann werden sie dort die pseudoreligiösen Zitate finden, die irgendein Wirrkopf auf den Beton geschrieben hat.

Teile der Handlung sind ebenfalls real. So zum Beispiel die junge Frau, die im Fahrgastraum der fast leeren Hafenfähre ihre Gymnastikübungen vollführt hat. Und leider hat sich auch die Abschiebung der Flüchtlingsfamilie so abgespielt, wie im Buch beschrieben – nur dass es in Wahrheit kein Happy End gegeben hat.“

 

 

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