Interview mit Ingrid Schmitz: „Auf dem Dachboden verstaubt die kriminelle Vergangenheit bis zu ihrer Entdeckung vor sich hin.“

Für „Suche Trödel, finde Leiche“ hat Ingrid Schmitz 20 weitere bekannte deutschsprachige Autorinnen und Autoren begeistert, Kurzkrimis über Skurriles, Olles und Verstaubtes zu verfassen.
Die Geschichten vom Dachboden, Sperrmüll und Flohmarkt versprechen beste Unterhaltung!


„Auf dem Dachboden verstaubt die kriminelle Vergangenheit bis zu ihrer Entdeckung vor sich hin.“


Waren die über 20 Autorinnen und Autoren der deutschsprachigen Krimiszene schnell für das Thema zu begeistern? Mit altem Krempel hat ja nicht unbedingt jeder gerne zu tun.
Schmitz: Das war sehr einfach, die Autoren zu finden. Fast jeder von uns geht regelmäßig auf den Trödelmarkt und lässt sich inspirieren. Ich kenne keinen, der sich nicht den Hals nach antikem Sperrmüll ausrenkt, wenn er darauf zufährt oder der nein sagen würde, wenn er einen Dachboden besichtigen könnte. Fundstücke aller Art sind eine wahre Goldgrube für Krimigeschichten. So mussten meine Autorenkollegen nicht lange überlegen, sondern hatten ihre Idee für einen Kurzkrimi sofort parat.

Es geht um Möbel, Briefe und Bilderrahmen. Auch Schallplattensammlungen und Mumien sind mit von der Partie. Was sind Ihrer Meinung nach die skurrilsten Themen in der Sammlung?
Schmitz: Jede Sammlung an sich ist skurril, wenn man ins Detail geht und feststellt, was es damit auf sich hat. Aber auch Einzelstücke, für die man morden könnte, können skurrile Ausmaße annehmen. 

Neben Flohmärkten sind auch Sperrmüll und Dachböden die Schauplätze der Kriminalgeschichten. Welches Setting hat mehr Autoren inspiriert?
Schmitz: Der Sperrmüll war ein beliebtes Thema, vermutlich, weil es sich um einen einfachen Entsorgungsort han-delt. Aber auch der Dachboden wurde gerne genommen. Auf ihm staubt die kriminelle Vergangenheit, bis zu ihrer Entdeckung, vor sich hin. Na ja, und auf dem Trödelmarkt kennt sich jeder Krimiautor aus, wenn es um nicht ganz legale Schnäppchen geht.

Haben Sie schon einmal beim Sperrmüll oder auf dem Trödelmarkt einen „Schatz“ für sich entdeckt? Was war das für ein Fund?
Schmitz: Ja, habe ich. Es handelte sich um ein riesiges Madonnenbild, das ich an einem Trödelmarktstand entdeckte. Damals suchte ich ein Motiv für das Cover meines ersten Romans "Sündenfälle". Anstatt das Bild zu kaufen, fotografierte ich das Arrangement vor dem Tapeziertisch nur. Erst als der Kriminalroman erschienen war, ärgerte ich mich sehr, das Heiligenbild nicht gekauft zu haben.

Würden Sie für ein Sammlerstück morden?
Schmitz: Hm ... zumindest würde ich die Frage niemals in einem Interview beantworten.

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