Nachgefragt bei Ralf Kramp

Der 1963 in Euskirchen geborene Autor Ralf Kramp lebt in der Eifel und schreibt seit vielen Jahren über sie.
In seinen vorwiegend schwarzhumorigen Kriminalromanen und Kurzkrimis verarbeitet er immer wieder seine Heimat und macht das zur spannenden Krimikulisse, was ihn tagtäglich umgibt.
Seit 2007 führt er mit seiner Frau Monika in Hillesheim das »Kriminalhaus« mit dem »Deutschen Krimi-Archiv« mit 30.000 Bänden, dem »Café Sherlock« und der Buchhandlung »Lesezeichen«.
Dem Krimifestival „TATORT EIFEL“ ist er von Anfang an treu. 2011 hat er als Herausgeber des traditionellen Kurzkrimibandes das Erbe von Jacques Berndorf angetreten.


Guten Tag Herr Kramp,
wir möchten Ihnen ein paar Fragen zu dem von Ihnen herausgegebenen Kurzkrimiband „TATORT EIFEL 5“ stellen.

Dies ist nun das fünfte Mal, dass sich etablierte Krimigrößen und Nachwuchsautoren in einem Eifel-Kurzkrimiband versammeln. Wie gelingt es Ihnen ein ums andere Mal, dieses Projekt interessant zu gestalten?

Kramp: Das Geheimnis liegt in der Mischung. Sie muss bunt und vielfältig sein. In einem gut zusammengestellten Kurzkrimiband findet jeder etwas für seinen Geschmack. Wir haben finstere Geschichten, bedrückende, melancholische, aber auch Heiteres oder sogar haarsträubenden Klamauk. Das tolle ist, dass all diese Stories sich um ein zentrales Thema drehen, sich auf einer gemeinsamen, großen Bühne abspielen - der Eifel. Und so unterschiedlich wie die Eifel in all ihren Ecken und Regionen ist, so sind auch seit fünf Büchern die verschiedenen Geschichten.

Wie wichtig ist Ihnen, dass auch Nachwuchsautoren bei Tatort Eifel eine Plattform bekommen?

Kramp: In unserem Sammelband sind die sechs Finalisten des „Deutschen Kurzkrimipreises“, der alle zwei Jahre vom Festival „Tatort Eifel“ ausgelobt wird. Seit Jahren bin ich immer wieder verblüfft, welche Qualität da sogenannte Newcomer abliefern. Manchen von ihnen steht eine große Karriere bevor, da bin ich mir sicher. Melanie Raabe zum Beispiel, hat 2011 mit „Die Zahnfee“ den Preis gewonnen und war im Buch drin. Heute ist sie mit ihrem Roman „Die Falle“ die Senkrechtstarterin der diesjährigen Buchsaison.
Wir brauchen neue Eifelkrimi-Autoren, und insofern freue ich mich über jeden Debütanten, der sich mit einer Kurzgeschichte unserer Krimi-Region nähert und vielleicht ja hier hängenbleibt.
Normalerweise weiß übrigens nicht einmal ich, wer der Sieger des Wettbewerbs ist, der ja erst während des Festivals bekanntgegeben wird. Durch einen dummen Zufall habe ich es aber in diesem Jahr doch schon erfahren. Man müsste mich also jetzt als Mitwisser eigentlich um die Ecke bringen ...  

Die Eifel hat der Kriminalliteratur seit vielen Jahren genug zu bieten, um bei den Autoren und der Leserschaft gleichermaßen keine Langeweile aufkommen zu lassen. Was fasziniert Sie an der Krimilandschaft Eifel?

Kramp: Es ist dieser unerschöpfliche Fundus, dieser Reichtum an Kulissen und Requisiten, mit der man hunderte von Kriminalromanen auf immer neue Art und Weise inszenieren kann. Die Eifel in ihrer manchmal recht spröden Schönheit ist so atemberaubend, dass der fiese Mord hier immer besonders aus dem Rahmen fällt. Hier passen sie eigentlich gar nicht hin, die Leichen, und deshalb ist es so besonders spannend, dafür zu sorgen, dass der, der sie hier hingelegt hat, schnellstens gefunden und hinter Gitter gesteckt wird.

Gibt es in „TATORT EIFEL 5“ Schauplätze, die bisher noch in keinem der vier Vorgängerbände vorkamen?

Kramp: Jede Menge. Manche kennt man, da sie touristische Highlights sind: Rock am Ring, die Historische Senfmühle in Monschau, das Heino-Café, Schloss Weilerbach … Aber dann sind da auch Flecken, die kaum jemand kennt: Der Elefantenkopf bei Kommern, die Sprinker Mühle … Haben Sie schon mal vom Dortebachtal gehört?
Und von diesen Schauplätzen gibt es noch sehr, sehr viele. Der letzte Eifelkrimi ist noch lange nicht geschrieben!  















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